Häufige Fragen und Antworten

Vor Beginn der Erwerbsfrist wird PROKON einen Wertpapierprospekt veröffentlichen, in dem PROKON, die Anleihe und insbesondere die Risiken, die mit einer Investition in die Anleihe verbunden sind, dargestellt werden. Der Prospekt wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligt und auf der Website von PROKON unter www.prokon.net veröffentlicht. Erst, wenn der Prospekt veröffentlicht worden ist, können Sie Ihr Erwerbsrecht ausüben.

Nachfolgend beantworten wir einige grundsätzliche Fragen zur PROKON Anleihe:

  • Als Anleihe bezeichnet man Wertpapiere, durch welche die emittierende Gesellschaft („Emittent“), hier die PROKON Regenerative Energien eG, Fremdkapital von Investoren aufnimmt. Die Investoren, hier insbesondere die Erwerbsberechtigten, erwerben dazu sogenannte Schuldverschreibungen, die Anteile an der Anleihe darstellen. Die PROKON Anleihe wird in 50 Mio. Schuldverschreibungen mit einem anfänglichen Nennwert von je 10 € eingeteilt sein. Inhaber von Schuldverschreibungen sind nicht am Eigenkapital der Gesellschaft beteiligt und besitzen keine Teilhaberrechte. Sie sind nicht stimmberechtigt, wie dies etwa bei den Mitgliedern von PROKON der Fall ist. Vielmehr sind Inhaber von Schuldverschreibungen Fremdkapitalgeber, denen der Emittent die Zahlung von Zinsen und die Rückzahlung der Anleihe schuldet.

    Im Rahmen der Anleiheemission fließt PROKON kein neues Geld zu. Der Genossenschafts-Insolvenzplan sieht vor, dass die Gläubiger der Gruppen 1 und 2 über die Laufzeit von 15 Jahren Zahlungen aus der Anleihe erhalten und auf diese Weise Teile der ursprünglich in die Genussrechte investierten Gelder an die Gläubiger zurückfließen.

  • Die Anleihe wird von PROKON emittiert. Die Schuldverschreibungen erhalten – gemäß Insolvenzplan – zunächst die erwerbsberechtigten Gläubiger der Gruppen 1 und 2, sofern sie ihr Erwerbsrecht nicht in Mitgliedschaftsrechte an PROKON gewandelt haben

    Nach Ausgabe soll die Anleihe in den Freiverkehr einer deutschen Börse einbezogen werden. Nach Einbeziehung in den Handel werden die Schuldverschreibungen grundsätzlich börslich handelbar sein und jeder, der Interesse am Kauf oder Verkauf der Schuldverschreibungen hat, kann diese zum jeweiligen Börsenkurs kaufen oder verkaufen, soweit die Marktlage dies zulässt.

  • Die Anleihe wird allen Erwerbsberechtigten während einer Erwerbsfrist von 5 Wochen angeboten. Diese Erwerbsfrist beginnt, nachdem der Wertpapierprospekt, der die Anleihe, das Bezugsangebot und PROKON beschreibt, von der BaFin gebilligt und von PROKON veröffentlicht worden ist. Das wird voraussichtlich in der zweiten Maihälfte 2016 der Fall sein. Alle Erwerbsberechtigten werden zu Beginn dieser Frist per Post angeschrieben, über das weitere Vorgehen ausführlich informiert und müssen innerhalb der Erwerbsfrist schriftlich gegenüber PROKON mitteilen, ob sie die auf sie entfallenden Schuldverschreibungen erhalten möchten.

    Die Anleihe wird in einer sogenannten Globalurkunde verbrieft, die bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, dem deutschen Zentralverwahrer für Wertpapiere, hinterlegt wird. Dieses Vorgehen ermöglicht es, die Schuldverschreibungen elektronisch in die Depots der Erwerbsberechtigten, die sich für den Erwerb der Schuldverschreibungen entscheiden, zu übertragen. Nur so ist es möglich, die Anleihe handelbar zu machen sowie spätere Übertragungen der Schuldverschreibungen – z.B. bei einem Bankwechsel – zu ermöglichen.

  • Ein Depot ist ein bei einer Bank eingerichtetes Konto für Wertpapiere. Im Depot werden die Wertpapiere, die der jeweilige Kunde hält, verbucht. Zu einem Wertpapier-Depot gehört immer auch ein Verrechnungskonto. Auf diesem Verrechnungskonto werden die für die PROKON Anleihe vorgesehenen jährlichen Zinszahlungen (ab Oktober 2016) sowie die schrittweisen jährlichen Rückzahlungen auf die Anleihe (sog. Tilgungszahlungen, ab Juni 2017) gutgeschrieben.

    Bei welcher Bank oder Sparkasse ein Depot eingerichtet oder unterhalten wird, können Sie entscheiden. Es ist empfehlenswert, sich vor der Einrichtung eines Depots über ggf. anfallende Depotgebühren und -kosten zu informieren.

  • Die auf die Zinszahlungen ggf. entfallende Kapitalertragsteuer wird von den jeweiligen Depotbanken an die Finanzämter abgeführt. Bitte reichen Sie daher etwaige Nichtveranlagungsbescheinigungen ausschließlich bei Ihrer Depotbank ein. Auch Freistellungsanträge können Sie nur dort einrichten.

  • Es ist leider nicht möglich, die Schuldverschreibungen ohne Depot zu erwerben, da sie den Banken elektronisch zugebucht werden und auch die jährlichen Zins- und Rückzahlungen nur über das dem jeweiligen Depot angeschlossene Verrechnungskonto erfolgen können..

    Allerdings ist es nicht zwingend erforderlich, dass der oder die Erwerbsberechtigten vollständig identisch mit dem Depotinhaber sind. Es ist also z.B. denkbar, dass die Schuldverschreibungen auf ein Depot übertragen werden, dass der Erwerbsberechtigte zusammen mit seinem Ehegatten führt. Ebenfalls ist es denkbar, dass bei einer aus Ehegatten bestehenden GbR als Erwerbsberechtigtem eine Übertragung auf ein Depot nur eines der Ehegatten erfolgt oder dass die Schuldverschreibungen auf das Depot einer ganz anderen Person übertragen werden. Möglicherweise möchten Sie, dass die Ihnen zustehenden Schuldverschreibungen in ein Wertpapierdepot einer anderen Person, z.B. Ihres Ehegatten oder eines Ihrer Kinder, eingebucht werden. Bitte beachten Sie aber, dass eine Übertragung der Schuldverschreibungen an eine andere Person bedeutet, dass Sie Ihre Schuldverschreibungen an den Depotinhaber übertragen und die jährlichen Zins- und Rückzahlungen auf die Schuldverschreibungen auch immer nur an den Depotinhaber geleistet werden. Darüber hinaus setzt eine solche Übertragung voraus, dass Sie PROKON umfangreiche Daten (u.a. die Steuer- IDs) zur Verfügung stellen, damit PROKON die vorgeschriebenen Meldungen an die Finanzbehörden machen kann. Für den Depotinhaber können durch die Übertragung ggf. Schenkungssteuer oder andere Steuern anfallen. Bitte sprechen Sie diesbezüglich bei Bedarf mit Ihrem Steuerberater.

  • Nein. Die Entscheidung für den Erwerb der Schuldverschreibungen ist erst möglich, wenn der Wertpapierprospekt veröffentlicht worden ist, also voraussichtlich ab der zweiten Maihälfte 2016. Hierzu erhalten Sie rechtzeitig weitere schriftliche Informationen.
  • Für den Bezug der Schuldverschreibungen müssen Sie als ehemaliger Genussrechtsinhaber und Erwerbsberechtigter keine Zahlung leisten. Die Schuldverschreibungen werden nach den Bestimmungen des Genossenschafts-Insolvenzplans ohne erneute Gegenleistung an Sie ausgegeben.

    Auch die Übertragung der Schuldverschreibungen im Rahmen des Erwerbsangebots an das von Ihnen mitgeteilte Depot wird von PROKON ohne die Berechnung von Gebühren erfolgen.

    Für die Einbuchung, Verwahrung und Verwaltung der Schuldverschreibungen können allerdings von der Bank oder Sparkasse, bei der Sie Ihr Depot unterhalten, bankübliche Gebühren, z.B. Gebühren für die Depotführung, erhoben werden. Gleiches gilt für die Ausführung von Kauf- oder Verkaufsaufträgen oder spätere Übertragungen der Schuldverschreibungen auf andere Depots, etwa im Erbfall. Nähere Informationen zu den möglichen Gebühren erteilt Ihnen die Bank oder Sparkasse, bei der Sie Ihr Depot unterhalten bzw. einrichten möchten.

  • Die Ausstattung der Anleihe ist im Genossenschafts-Insolvenzplan, der jedem Gläubiger in der finalen Fassung vom 2. November 2015 zugesandt wurde, festgelegt und dort auf den Seiten 121 ff. beschrieben. Die Anleihe ist besichert, wird mit einem festen Zinssatz von 3,5 % p.a. verzinst und hat eine Laufzeit bis Juni 2030, also von noch ca. 14 Jahren. Die Anleihegläubiger werden erstmals am 12. Oktober 2016 und in den Folgejahren jeweils im 25. Juni Zinszahlungen erhalten. Ab Juni 2017 wird jährlich ein Teil der Anleihe zurückgezahlt.

  • Die Zahlung von Zinsen und die Rückzahlung der Anleihe setzen voraus, dass PROKON zahlungsfähig ist. Sollte das nicht der Fall sein, sind die Ansprüche der Anleihegläubiger u.a. mit den Bestandswindparks von PROKON zum Zeitpunkt der Aufhebung des Insolvenzverfahrens besichert. Sollte PROKON fällige Zahlungen unter der Anleihe nicht leisten können, kann eine Verwertung dieser Sicherheiten durchgeführt werden und der dabei erzielte Erlös wird dann verwendet, um die Ansprüche der Anleihegläubiger zu befriedigen. Darüber hinaus haben die Anleihegläubiger – neben ihren Zahlungsansprüchen – marktübliche Kündigungsrechte, wenn PROKON Pflichten aus den Anleihebedingungen nicht erfüllt.
  • Alle Schuldverschreibungen, für die von den Erwerbsberechtigten keine Erwerbserklärungen zurückgesandt werden, werden anderen Personen zum Kauf angeboten (im Insolvenzplan „Verwertung“ genannt). Dabei kann es sich um institutionelle Investoren oder um Privatpersonen handeln. Dieser Verkauf hat gemäß Insolvenzplan innerhalb eines Jahres nach dem Ende der Erwerbsfrist zu erfolgen. Die bei dem Verkauf erzielten Erlöse werden – abzüglich der für die Veräußerung aufgewendeten Kosten – an die Gläubiger ausgezahlt, die ihr Erwerbsrecht nicht ausgeübt haben. Aufgrund der nicht vorhersehbaren Marktgegebenheiten und des nicht vorhersehbaren Umfangs an Schuldverschreibungen, die von den Erwerbsberechtigten evtl. nicht bezogen werden, können die Veräußerungserlöse deutlich niedriger sein als der Nennbetrag der Schuldverschreibungen von jeweils 10 €. Bitte beachten Sie auch, dass der Börsenkurs (oder der außerbörsliche Marktwert) der Schuldverschreibungen fallen kann, wenn es zu einem Überangebot von Schuldverschreibungen kommt, z.B. in dem Fall, dass eine große Anzahl von Schuldverschreibungen verwertet werden muss.

  • PROKON beabsichtigt, die Einbeziehung der Anleihe in den Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse und/oder der Hamburger Wertpapierbörse zu beantragen und die Anleihe an der Börse damit handelbar zu machen. Es lässt sich jedoch nicht vorhersagen, ob sich ein Markt für die Anleihe entwickelt bzw. ob die Anleihe zu jeder Zeit gehandelt werden kann. Es kann z.B. vorkommen, dass ein Kauf oder Verkauf von Schuldverschreibungen zu dem gewünschten Zeitpunkt nicht möglich ist, weil es keinen Verkäufer oder Käufer für diese gibt oder dass ein Verkauf oder Kauf nur zu einem Preis möglich ist, der vom bisher vorherrschenden Marktpreis abweicht. Dementsprechend kann – wie bei jedem an der Börse handelbaren Wertpapier – nicht sichergestellt werden, ob, wann und zu welchem Preis Sie Ihre Schuldverschreibungen verkaufen oder andere Personen diese kaufen können

  • Aufgrund der Stückelung der Anleihe in Schuldverschreibungen mit einem anfänglichen Nominalwert von je 10 € können Anleiheforderungen der Gläubiger, die nicht durch 10 € teilbar sind, nicht in voller Höhe in Schuldverschreibungen „gewandelt“ werden. Mögliche nicht „glatt“ durch 10 teilbare Restbeträge (also Beträge zwischen 0,01 bis 9,99 Euro) werden an die von den erwerbsberechtigten Gläubigern mitgeteilten Kontoverbindungen ausgezahlt (der „Spitzenausgleich“). Für die Ermittlung des Spitzenausgleiches werden alle Anleiheforderungen, die auf denselben Gläubiger entfallen, zusammengerechnet. Eine Auszahlung des Spitzenausgleichs erfolgt voraussichtlich bis Ende September 2016.